DorfKERN-Reporterin



Auf dieser Seite berichtet unsere DorfKERN-Reporterin Claudia Sprick über das Leben im Dorf, die Geschichte, die Menschen und Aktionen. Begonnen hatte Claudia als "Bioenergie-Reporterin", die von der Fa. REHAU AG, Erlangen, für Ihre dokumentarische Begleitung Bollewicks zum Bioenergiedorf mit einem Sachpreis ausgezeichnet wurde. Viel Spaß beim Lesen der Chroniken und Berichte. Einfach scrollen, das neueste ist immer oben.



1.5.2016 In eigener Sache


Hallo, ich bin die Neue auf dieser Seite! So neu im Metier bin ich aber nun auch nicht. Vielleicht kennen sie meine Beiträge als Bioenergie- Reporterin ja schon? Wenn nicht, erwarten sie bitte keine hoch wissenschaftlichen Beiträge von mir. Dafür sind andere qualifizierte Experten zuständig. Ich schreibe gerne über die Menschen und die ganz alltäglichen Ereignisse aus unserer kleinen Gemeinde, die in der Zwischenzeit ihre Signale in Sachen „Erneuerbarer Energie“ in alle Himmelsrichtungen sendet.


Das ist spannend! In der Hoffnung, dass ich auch für Sie und Euch interessante Themen und Ereignisse aus Bollewick aufgreife, freue ich mich auch über Ihre/Eure Meinungen oder ihre Anfrage, was Sie gerne über unser Dorf wissen möchten.Seien sie schön neugierig!   Ihre Claudia Sprick


 

 

14.November 2016  Greenday in Bollewick  Frische Luft statt trockene Theorie !

 

Rund 160 Schüler der regionalen Schulen aus Malchow und Röbel/Müritz strömen an diesem kalten November-Montag in die Raum-Landschaft bei DorfKERN in der Scheune Bollewick und schauten sich neugierig um. Nein - aufgeregt waren sie nicht, eher selbstbewusst und erwartungsvoll. Mit einem Sit-In im Multimediaraum zur Begrüßung durch Olaf Schätzchen und allen Mitwirkenden begann der Tag. Schon zum Zum 3. Mal in Folge bot das Konsortium "DorfKERN" den Schulen der Region diesen Tag zur Berufsorientierung an. Landwirtschaft, Erneuerbare Energie, Soziale Dienste, gesundes Essen und Bauen in und mit Natur: Tradition trifft modernes Leben und Arbeiten im Dorf. Zukunftsorientierung und Zukunftsangebot auf dem Land- nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer eine wichtige Erfahrung. Für die Altersklasse der 8. und 9. real- und Gymnasialstufen vielleicht das erste Mal, sich mit dem künftigen beruf zu beschäftigen. Die Frage: „Welchen Beruf möchtet ihr einmal ausüben?“ Ein großer Teil der Schüler hatte darüber noch keine konkrete Vorstellung.

Deshalb ist genau das der richtige Ansatzpunkt von DorfKERN, Orientierungsmöglichkeiten für Schüler in diesem Alter zu organisieren und sie damit für landwirtschaftliche Berufe im weitesten Sinne zu sensibilisieren. Und das Programm mit dem Stationswechsel war prall gefüllt: Hausmesse mit Bauernverband, Umwelttechnologien und Naturwindkraft, Heizungstechnik, die Wangeliner Werkstätten mit Streuobstsäften und Bauen mit Lehm, die ARGE Boenergie mit erneuerbarer Energie, das DRK mit berufsbild Rettungsassistent und Erährung pflegebedürftiger Mitmenschen, Tischlerei Fink mit Holzbau und Milchviehbetrieb van der Ham mit Biogasanlage - Unternehmen des Dorfes und der Region waren an diesem Tag bereit, Rede und Antwort zu den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen zu geben.

Wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung, wie: „Was machst du in diesem Beruf?“, „Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?“, „Was lernst du während der Ausbildung?“, „Wie kannst du dich nach der Ausbildung weiterqualifizieren?“ wurden an den einzelnen Informationsständen angesprochen. War dieser Tag für einige Schüler ein Denkanstoß? Interessant fanden sie den Tag allemal.

Um auch die Lehrer in ihrer Arbeit mit den Schülern zu unterstützen, bot der Bauernverband einen Koffer mit einer kompletten Ausrüstung für Bodenproben und Bodenanalysen zum Ausleihen an.  Also praktische Arbeit in und mit der Natur.m Oder, der „WANGELINER WORKCAMPS“ bietet einen einwöchigen Workcamp zur unkonventionellen und praktischen Berufsorientierung und Einblicke in eine Vielfalt an nachhaltigen Berufsfeldern und Lebensmöglichkeiten an. Die Teilnahme ist sogar kostenlos und wird vom Europäischen Sozialfonds und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vollständig übernommen.

Wäre es nicht wünschenswert, solche Angebote würden an den Schulen intensiver vorbereite tund genutzt?

Junge Menschen braucht das Land! Aber wir müssen ihnen gute Perspektive bieten. Dieser Greenday 2016 war ein kleiner Betrag in diese Richtung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.Juni 2016 Die Bündnis- Grünen auf Klimasommertour in Bollewick


Ein herzliches Willkommen im Bioenergiedorf Bollewick für Simone Peter, Bundesvorsitzende der Grünen und ein schöner bunter Blumenstrauß zur Begrüßung. Sie kam aber nicht alleine. Jutta Wegner, Kreisvorsitzende und Kandidatin für den Landtag, Claudia Müller, Landesvorsitzende und weitere Mitglieder des Kreisverbandes Seenplatte der Partei Bündnis 90/Die Grünen waren mit von der Partie und begleiteten Frau Peters einen Tag lang auf ihrer Sommertour nach Bollewick.


Ja, man hatte von Bollewick schon gehört, aber man wollte sich persönlich ein Bild machen, was in diesem kleinen mecklenburgischen Dorf auf dem Gebiet der Energiewende passierte. Als ehemalige Umweltministerin im Saarland interessierte sich Simone Peter besonders dafür. Bei einer Tasse Kaffee mit frisch gezapfter Milch vom Bauer van der Ham, berichtete Bürgermeister Bertold Meier über den oftmals steinigen Weg der Entwicklung des Dorfes nach der Wende.


Er sprach von den Altlasten eines riesigen Kuhstalles und dessen Umgestaltung zur Kulturscheune, von der Entwicklung eines Konzeptes Regionaler Energie, dörflicher Infrastruktur und Teilhabe, mittels Biogasanlagen und Nahwärmenetz und Fotovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden. „Die Wertschöpfung bleibt im Dorf und es sind wichtige Beiträge zum Klimaschutz.“ betonte Bertold Meier.


Weiterhin kam die Sprache auf die Errichtung einer Bio-Schlachterei und die Vermarktung regionaler Produkte, die genossenschaftliche Beteiligung der Bürger an der Nutzung der Windkraft, die Entstehung eines Generationendorfes 55+ für Jung und Alt, mit dem Wunsch:“ Eigenheim statt Altersheim“. „Natürlich schafft ein kleines Dorf so etwas nicht alleine. Geholfen haben EU, Bund, Landesregierung und Landtag, aber am wichtigsten ist, dass wir mit den Menschen ins Gespräch kamen und sie für unser Vorhaben begeistern konnten.“

Hochachtung vor dem, was sie hier ehrenamtlich und mit Ihren Partnern aus der Wirtschaft angezettelt haben. Ich komme gerne wieder und vielleicht nach den Wahlen als Koalitionspartner?!“ sagte Simone Peter.


Wir würden uns freuen – im Interesse der Energiewende!



26.5. 2016 Besuch in der „ZukunftsWerkstatt“


Neugierige, etwas schüchtern blickende Menschen betraten am 26. Mai 2016 unsere Raum-Landschaft im DorfKERN in der Scheune Bollewick. Sie gehörten zur Fachgruppe Häfen/Logisitik-Ernährung-Energie, die die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, kurz GIZ, im Rahmen des diesjährigen Rußlandtages in MV betreute.

Der Rußlandtag ist eine Initiative derStaatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Referat Außenwirtschaft. Der 2. Russlandtag in Rostock lockte 600 Gäste aus Wirtschaft und Politik an. Hoffnungsschimmer auf ein baldiges Ende der wechselseitigen Sanktionen?


Sprachbarrieren auf`m Dorf? –  Я не понимаю! Wirtschaftsenglisch ist heute normal - auch in Rußland. Für DorfKERN schon Routine - Besucher aus der Türkei, Südafrika, Amerika, Skandinavien und Polen verständigen sich sicher auf Englisch. Unsere Gäste aus Russland hatten großes Interesse an dem, was wir in unserem Dorf erreicht haben. Wenn auch in Russland das Thema„Erneuerbare Energie“ noch sehr zukunftsorientiert ist, so machen besonders diese jungen Menschen Mut auf Hoffnung. Sie kamen aus den unterschiedlichen Energiebranchen, wie z.B. Elektroenergie, Energiewirtschaft, staatliche Universität für Wirtschaft, Energieeffizienzcenter, Agentur „Info Bio“ etc.


Für uns positiv überraschend: Junge Leute im Studentenalter übernehmen Funktionen und Verantwortung in russischen Unternehmen - daran kann sich Deutschland ein Beispiel nehmen.Übrigens - eine Teilnehmerin der Delegation wird im Juli und August ein zweimonatiges Praktikum bei der ANE (Akademie für Nachhaltige Entwicklung M-V) absolvieren und sich mit der Entwicklung von Bioenergiedörfer beschäftigen.


Und was die Zusammenarbeit der GIZ und dem Bioenergiedorf Bollewick anbelangt, werden weitere gemeinsame Projektideen erarbeitet und verwirklicht. Das ist frische Luft statt trockene Theorie in der „Zukunftswerkstatt“ der Großen Feldsteinscheune in Bollewick!